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Website-Launch-Checkliste: 12 Punkte vor dem Go-Live

Die 12 Punkte, die vor dem Go-Live wirklich sitzen müssen: Technik (Redirects, SSL, robots/Sitemap, Backups), Recht (Impressum & DSGVO für Österreich), Inhalt, Tests, Analyse – und der Rundgang, den fast alle vergessen.

Eine Website Launch Checkliste ist kein bürokratischer Ballast, sondern die Versicherung dagegen, am Tag des Go-Live etwas Peinliches oder Teures zu übersehen. Nach vielen Launches für Firmen und Shops in Wien und im DACH-Raum weiß ich: Fast jeder Fehlstart hat dieselben Ursachen – ein vergessener Redirect, eine Seite, die Google versehentlich nicht sehen darf, ein fehlendes Impressum. Diese Checkliste geht die zwölf Punkte durch, die vor dem Livegang wirklich sitzen müssen, aufgeteilt in Technik, Inhalt und Tests. Nehmen Sie sie als Vorlage – und haken Sie jeden Punkt bewusst ab.

Ich habe diese zwölf Punkte über viele Projekte hinweg zu einer festen Reihenfolge verdichtet. Sie ist bewusst so aufgebaut, dass die riskantesten Dinge zuerst kommen – denn ein vergessener Redirect richtet mehr Schaden an als ein Tippfehler, auch wenn Letzterer sichtbarer ist. Arbeiten Sie die Liste von oben nach unten ab, und haken Sie nichts pauschal ab, was Sie nicht wirklich geprüft haben.

Technik: das unsichtbare Fundament

Die technischen Punkte sind die, die niemand sieht, solange sie stimmen – und die richtig wehtun, wenn sie fehlen. Genau hier passieren die teuersten Launch-Fehler.

1. Weiterleitungen (Redirects) sauber setzen

Der wichtigste und am häufigsten vergessene Punkt bei einem Relaunch. Ändern sich URLs, muss jede alte Adresse per 301-Weiterleitung auf ihr neues Ziel zeigen. Sonst laufen Besucher und Google in Fehlerseiten – und die über Jahre aufgebaute Sichtbarkeit bricht ein. Prüfen Sie jede wichtige alte URL einzeln, nicht nur die Startseite. Besonders tückisch sind Seiten, die zwar kaum Besucher haben, aber gute Positionen bei Google – sie fallen erst Wochen später auf, wenn der Traffic still verschwindet. Eine Liste der bisherigen URLs mit den zugehörigen neuen Zielen ist die halbe Miete; ohne sie wird das Setzen der Weiterleitungen zum Ratespiel.

2. SSL und HTTPS überall

Die Seite muss durchgängig über HTTPS laufen, das Zertifikat gültig sein. Achten Sie auf gemischte Inhalte – ein einziges Bild, das noch über HTTP geladen wird, wirft im Browser eine Warnung, die Vertrauen kostet. Prüfen Sie außerdem, dass die Seite über HTTP automatisch auf HTTPS umleitet und nicht beide Varianten parallel erreichbar bleiben, denn doppelte Adressen verwirren Google und verwässern Ihre Sichtbarkeit.

3. robots.txt und Sitemap

Der Klassiker unter den Katastrophen: Auf der Testumgebung war die Seite für Google gesperrt, und diese Sperre wandert beim Livegang mit. Prüfen Sie, dass die Seite indexierbar ist, dass keine „noindex“-Anweisung mehr auf wichtigen Seiten klebt und dass eine aktuelle XML-Sitemap existiert und in der Search Console eingereicht ist. Dieser eine übersehene Haken hat schon ganze Relaunches wochenlang unsichtbar gemacht, ohne dass jemand den Grund erkannte – ein Fehler, der nichts kostet außer Aufmerksamkeit, aber teuer wird, wenn er niemandem auffällt.

4. Backups vor und nach dem Livegang

Ein vollständiges Backup direkt vor dem Umschalten ist Ihr Rettungsanker, falls etwas schiefgeht. Und richten Sie sofort einen laufenden Backup-Plan ein, nicht erst „irgendwann später“. Wie so ein Plan aussieht und warum er im Ernstfall zählt, gehört zur laufenden Website-Betreuung und Wartung. Ein Backup, das im Ernstfall nicht sauber zurückspielbar ist, ist keines – testen Sie einmal, ob sich die Sicherung tatsächlich einspielen lässt, bevor Sie sich darauf verlassen.

Recht: der Punkt, an dem es in Österreich ernst wird

In der DACH-Region – und besonders in Österreich – sind die rechtlichen Pflichten kein Kann, sondern ein Muss. Wer sie übersieht, riskiert Abmahnungen und Strafen. Diese Punkte gehören vor den Livegang, nicht danach.

5. Impressum vollständig

In Österreich ist die Offenlegung nach dem E-Commerce-Gesetz und dem Mediengesetz Pflicht: vollständiger Name, Anschrift, Kontaktdaten, bei Unternehmen die Firmenbuch- und UID-Nummer. Ein unvollständiges oder fehlendes Impressum ist einer der häufigsten Abmahngründe. Das Impressum muss außerdem leicht auffindbar sein – ein klarer Link im Fuß jeder Seite genügt, versteckt in einem Untermenü genügt er nicht.

6. Datenschutzerklärung nach DSGVO

Jede Seite, die Daten verarbeitet – und das tut praktisch jede – braucht eine aktuelle Datenschutzerklärung, die konkret benennt, welche Daten wofür erhoben werden, inklusive Analyse-Tools und externer Dienste. Dazu gehört ein funktionierendes Cookie-Consent, das Tracking erst nach Zustimmung startet, nicht vorher. Ein häufiger Fehler: Das Analyse-Tool feuert schon beim Laden der Seite, obwohl der Nutzer noch gar nicht zugestimmt hat. Prüfen Sie, dass wirklich erst nach der Einwilligung getrackt wird – sonst ist das Consent-Banner reine Dekoration und schützt Sie rechtlich nicht.

Inhalt und Darstellung

Die Technik kann perfekt sein – wenn die Seite auf dem Handy zerfällt oder Tippfehler in der Überschrift stehen, wirkt sie trotzdem unfertig. Diese Punkte entscheiden über den ersten Eindruck, den ein Besucher in den ersten Sekunden fasst.

7. Inhalte korrekturgelesen

Tippfehler, Platzhaltertext, Blindtext, der noch irgendwo steht – lesen Sie jede Seite ein letztes Mal. Nichts wirkt unprofessioneller als ein „Lorem ipsum“ auf der Startseite am Tag des Launch. Achten Sie auch auf die kleinen, oft übersehenen Stellen: die Bildunterschriften, die Fußzeile, die automatischen Bestätigungstexte nach einer Formular-Absendung. Genau dort verstecken sich die peinlichen Reste aus der Bauphase, die auf den großen Seiten längst korrigiert sind.

8. Mobile Darstellung geprüft

Die Mehrheit Ihrer Besucher kommt vom Handy. Prüfen Sie jede wichtige Seite auf einem echten Smartphone: Ist alles lesbar, sind Buttons gut treffbar, rutscht nichts über den Rand? Der Blick nur am großen Bildschirm täuscht. Testen Sie nicht nur ein Gerät, sondern denken Sie an die Bandbreite Ihrer Besucher – ein kleines älteres Handy zeigt Probleme, die auf dem neuesten Modell verborgen bleiben. Google indexiert ohnehin primär die mobile Version Ihrer Seite; was auf dem Handy kaputt ist, ist für Google kaputt.

9. Alle Links und Formulare testen

Klicken Sie sich durch: Führt jeder Link ans Ziel, öffnet sich jedes PDF, und – am wichtigsten – kommt eine Testnachricht aus dem Kontaktformular wirklich an? Ein Formular, das ins Leere läuft, kostet Sie stillschweigend jede Anfrage. Prüfen Sie dabei nicht nur, ob die Bestätigungsseite erscheint, sondern ob die Nachricht tatsächlich im richtigen Postfach landet und nicht im Spam-Ordner verschwindet. Genau dieser Fehler ist besonders heimtückisch, weil nach außen alles funktioniert und Sie den Verlust nie bemerken.

Analyse und letzter Check

Zum Schluss die Punkte, die dafür sorgen, dass Sie nach dem Launch nicht im Blindflug sind – und dass die Seite den letzten Feinschliff bekommt, bevor sie auf echte Besucher trifft.

10. Analyse-Tool eingerichtet

Ohne Messung wissen Sie nicht, was funktioniert. Richten Sie ein datenschutzkonformes Analyse-Tool ein – sauber mit dem Cookie-Consent verknüpft – damit Sie ab dem ersten Tag sehen, woher Besucher kommen und was sie tun.

11. Ladezeit und Core Web Vitals

Ein letzter Blick auf die Geschwindigkeit: Große Bilder komprimiert, Seite reagiert flott, Layout springt nicht? Ein langsamer Start kostet Besucher und Ranking. Was hier wirklich zählt, steht in meinem Beitrag zu technischem SEO vor dem Content.

12. Der Was-fehlt-Rundgang

Der Punkt, den fast alle vergessen: Setzen Sie sich mit frischem Blick vor die fertige Seite und gehen Sie sie als Erstbesucher durch. Fehlt eine Telefonnummer im Kopf? Führt der Weg zur Anfrage klar genug? Ist die Fehlerseite (404) gestaltet oder nackt? Diese kleinen Lücken entscheiden oft mehr als die große Technik. Am besten lassen Sie eine zweite Person, die das Projekt nicht kennt, einfach eine Aufgabe erledigen – „finde heraus, was das kostet, und schick eine Anfrage“ – und schauen zu, wo sie stockt. Nichts deckt Lücken schneller auf als ein echter, unvoreingenommener Blick. Genau die Stellen, an denen dieser Testbesucher zögert, sind die, die Sie später Kunden kosten.

Die Checkliste auf einen Blick

# Punkt Bereich
1 Weiterleitungen (301) gesetzt Technik
2 SSL/HTTPS überall, keine Mixed Content Technik
3 Indexierbar, robots.txt & Sitemap Technik
4 Backup vor Launch + laufender Plan Technik
5 Impressum vollständig (AT) Recht
6 Datenschutz & Cookie-Consent Recht
7 Inhalte korrekturgelesen Inhalt
8 Mobile Darstellung geprüft Inhalt
9 Links & Formulare getestet Test
10 Analyse-Tool eingerichtet Analyse
11 Ladezeit & Core Web Vitals Test
12 Was-fehlt-Rundgang Final

Wenn Sie eine Seite von Grund auf sauber aufsetzen lassen, sind viele dieser Punkte von Anfang an eingebaut – genau das gehört zu ordentlicher Webentwicklung. Die Checkliste ersetzt sie nicht, aber sie stellt sicher, dass am entscheidenden Tag nichts durchrutscht.

Fazit

Ein sauberer Launch ist kein Glück, sondern das Ergebnis einer bewusst abgehakten Liste. Die teuersten Fehler passieren fast immer bei denselben Punkten: vergessene Weiterleitungen, eine versehentlich für Google gesperrte Seite und ein unvollständiges Impressum. Wer diese zwölf Punkte vor dem Go-Live durchgeht – Technik, Recht, Inhalt, Tests – startet ohne die peinlichen und teuren Überraschungen, die sonst in den ersten Tagen auffliegen. Nehmen Sie sich die halbe Stunde. Sie ist die günstigste Versicherung, die Sie für Ihre neue Website abschließen können.

Sie stehen vor einem Launch oder Relaunch und wollen sichergehen, dass nichts durchrutscht? Schreiben Sie mir kurz über das Kontaktformular – ich prüfe Ihre Seite vor dem Go-Live und sage Ihnen, wo noch etwas fehlt.

Häufige Fragen

Was ist der wichtigste Punkt einer Website-Launch-Checkliste?

Bei einem Relaunch sind es die Weiterleitungen. Ändern sich URLs, muss jede alte Adresse per 301-Weiterleitung auf ihr neues Ziel zeigen, sonst laufen Besucher und Google in Fehlerseiten und die über Jahre aufgebaute Sichtbarkeit bricht ein. Fast gleich wichtig: sicherstellen, dass die Seite nicht versehentlich für Google gesperrt bleibt und dass Impressum und Datenschutz vollständig sind.

Was muss ein Impressum in Österreich enthalten?

In Österreich verlangen E-Commerce-Gesetz und Mediengesetz die Offenlegung: vollständiger Name beziehungsweise Firmenname, Anschrift, Kontaktdaten wie E-Mail und Telefon, und bei Unternehmen die Firmenbuchnummer und die UID-Nummer. Ein unvollständiges oder fehlendes Impressum ist einer der häufigsten Abmahngründe – dieser Punkt gehört zwingend vor den Livegang.

Woran erkenne ich, dass meine Seite für Google sichtbar ist?

Prüfen Sie drei Dinge: dass keine „noindex"-Anweisung mehr auf wichtigen Seiten steht (der häufigste Fehler, wenn die Testumgebung gesperrt war), dass die robots.txt die Seite nicht blockiert, und dass eine aktuelle XML-Sitemap existiert und in der Google Search Console eingereicht ist. Über die Search Console können Sie einzelne URLs auch direkt auf ihren Indexierungsstatus prüfen.

Wie teste ich vor dem Launch, ob mein Kontaktformular funktioniert?

Senden Sie eine echte Testnachricht über das Formular ab und prüfen Sie, ob sie tatsächlich im richtigen Postfach ankommt – nicht nur, ob die Bestätigungsseite erscheint. Prüfen Sie auch, ob eine eventuelle automatische Antwort beim Absender ankommt und nicht im Spam landet. Ein Formular, das stillschweigend ins Leere läuft, kostet Sie jede Anfrage, ohne dass Sie es merken.

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    Alex
    Alex · Buntweb

    Web-Entwickler und IT-Dienstleister aus Wien. Seit über zehn Jahren baue und betreue ich Websites und Onlineshops — mit Fokus auf saubere Technik, ehrliche Beratung und Lösungen, die im Alltag funktionieren.

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